Pfotenbrücke China e.V. 
 

ÜBER UNSERE HUNDE


In China ist das Leben von Hund und Katze besonders wenig wert. Vielerorts herrschen äußerst schlimme Zustände im Umgang mit Tieren. Ein Gesetz, das Tiere vor Gewalt und Grausamkeiten schützt, existiert nicht. Noch immer wird in Teilen des Landes Hunde- und Katzenfleisch verzehrt. Dafür werden freilaufende Hunde eingefangen, in kleine Käfige eingepfercht und wie Müll übereinander gestapelt zu Fleischfabriken transportiert. Die Shelter und Tötungsstationen sind überfüllt und die Hunde leben dort unter erbärmlichen Bedingungen und hygienisch untragbaren Zuständen. Die Retter vor Ort kämpfen jeden Tag für das Leben einzelner Hunde, um sie aus diesen Umständen zu befreien.

Rassehunde, wie u.a. Pudel, Zwergspitze, Yorkshire Terrier, Corgis, Labradore, Golden Retriever, Border Collie und Mischlinge aus diesen Rassen sind in China sehr beliebt.
Leider jedoch oft nur, bis sie dem Welpenalter entwachsen sind. Dann werden unzählige von ihnen einfach auf der Straße ausgesetzt und sich selbst überlassen. Dort werden sie über kurz oder lang entweder von der Polizei aufgegriffen und auf Polizeistationen (ohne jegliche Grundversorgung!!) gebracht oder von einem Meat-Truck auf grausame Weise eingefangen und zu Meat-Farmen oder direkt zum Fleischmarkt transportiert. Auch schlechte Haltung und Vermehrung nehmen in China leider immer mehr zu.

Angelika, unser Vereinsmitglied vor Ort, lebt und arbeitet seit einigen Jahren in China. Gemeinsam mit einem Team aus freiwillgen Helfern und Helferinnen, holt sie Hunde aus unerträglich schlimmen Bedingungen heraus. Direkt nach der Rettung werden alle Hunde für eine erste Gesundheitsuntersuchung zum Tierarzt gebracht. Dort erhalten sie die Grundimmunisierung und gehen anschließend in die erforderliche Quarantäne. Wenn sie die Quarantäne verlassen dürfen, ziehen sie bis zu ihrer Reise nach Deutschland bei Angelika ein. Sie pflegt und versorgt die Hunde und beobachtet sie in dieser Zeit genau, um möglichst detaillierte Aussagen zu ihrem Charakter treffen zu können. Angelika entscheidet individuell, wann welcher Hund ausreisebereit ist. Sobald wir diese Info haben, starten wir mit der Suche nach einer passenden Pflegestelle.

Auf den Pflegestellen in Deutschland wird dann erneut genau geschaut, welche Bedürfnisse der Hund hat und wie er sich im familiären Umfeld entwickelt. Das macht es einfacher, für den jeweiligen Hund das passende Für-immer-Zuhause zu finden. Nicht selten dürfen die Hunde auch direkt bei den Pflegestellen verbleiben.

Die Auflagen für die Ausreise aus China und die Einreise in die EU sind sehr streng, mitunter die strengsten, die es weltweit gibt. Alle Impfungen müssen aktuell und dokumentiert sein. Ausnahmslos alle Hunde haben die weltweit gängige 5-fach Kombi-Impfung plus Tollwutimpfung. Ein Titer-Test zum Nachweis der vorhandenen Antikörper gegen Tollwut ist ebenso verpflichtend, wie eine Entwurmung und ein Spot-On gegen Parasiten.

Bei einem geretteten Tier, dessen Vorgeschichte in den überwiegenden Fällen unbekannt ist, lässt sich leider trotz tierärztlichen Untersuchungen nicht zu 100% garantieren, dass alle möglichen Vorerkrankungen tatsächlich erkannt wurden. Daher kann es in Ausnahmefällen nach der Adoption zu notwendigen Tierarztbehandlungen in Deutschland kommen, die unkalkulierbare Kosten verursachen. Dies ist glücklicherweise äußerst selten der Fall. Womit häufiger zu rechnen ist, ist die Notwendigkeit einer Zahnsteinentfernung oder anderweitiger Zahnbehandlungen, da die meisten Straßenhunde aufgrund von Mangelernährung kein einwandfreies Gebiss haben. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man einem geretteten Hund ein liebevolles neues Zuhause gibt.

Leider erfreut sich ein kleiner Teil unserer geretteten Hunde nicht perfekter Gesundheit, aber auch diese Hunde sollen eine Chance auf ein besseres Leben bekommen. Im Vermittlungstext dieser Hunde wird dann aber explizit darauf hingewiesen, dass das Tier an einer Erkrankung leidet, die dauerhaft medikamentös und/oder physiotherapeutisch behandelt werden muss oder ob es sich sogar um einen sogenannten Handicap-Hund handelt, dem nach Unfall oder Misshandlung Gliedmaßen oder Augen fehlen. Diese Hunde kommen in Deutschland immer auf eine Handicap-erfahrene Pflegestelle, damit wir vor Vermittlung seriös einschätzen können, was der Hund an Unterstützung und besonderer Zuwendung benötigt.


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